ZIELBEREICH «STIFTUNG & SCHWEIZ»

Förderung des Stiftungsstandortes Schweiz
seit 2000


Die Schweiz gilt angesichts liberaler gesetzlicher Rahmenbedingungen und einer langen philanthropischen Tradition als Stiftungsparadies. Zahl und Grösse der Stiftungensind denn auch um ein Mehrfaches bedeutender als in anderen Ländern. Obwohl aber Förderstiftungen ein grosses Potential zu einer an gesellschaftlichen Knappheiten orientierten Tätigkeit haben, ist deren Leistungsfähigkeit und die Positionierung der Branche insgesamt in hohem Masse entwicklungsfähig. Die Wirkungszusammenhänge sind kaum Thema klassischer Stiftungsarbeit. 
In Anlehnung an ihre im Stiftungszweck definierte Kernaufgabe, die Schweiz «als Wirtschaftsstandort und Lebensraum» zu stärken und als junge Stiftung der Innovation verpflichtet, engagiert sich die Gebert Rüf Stiftung namhaft für die Förderung des Stiftungsstandortes Schweiz im Sinne einer Professionalisierung des Sektors an der Schnittstelle von Politik, Wissenschaft und Förderpraxis.

Das Schweizer Stiftungswesen


Als institutionelle Form der Philanthropie geniessen Stiftungen eine hohe gesellschaftliche Anerkennung. Die Entwicklung des Schweizer Stiftungswesens war in den letzten zehn Jahren von einem überdurchschnittlichen Wachstum geprägt, verbunden mit einer steigenden Professionalisierung. Zwischen 2002 und 2012 sind 37 % aller gemeinnützigen Stiftungen gegründet worden, gemäss Schätzungen ist das Gesamtvermögen aller Stiftungen im gleichen Zeitraum von ca. CHF 30 Mrd. auf über CHF 70 Mrd. angestiegen. Aufgrund der vielfältigen Ausgestaltungsformen lässt sich die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Stiftungen aber nicht auf das Finanzkapital beschränken. Inzwischen arbeiten knapp 150'000 Personen in Stiftungen, und damit beispielsweise mehr als im Schweizer Bankensektor.

Zu den Erfolgsfaktoren des Schweizer Stiftungswesens zählen das liberal ausgewogene Stiftungsrecht, die geringe Regelungsdichte, eine hohe lokale Verankerung, der attraktive Finanzsektor und die hohe Wirtschaftsleistung sowie die Wertschätzung der Stifterfreiheit.

Das unbekannte Stiftungsparadies Schweiz


Günstige Rahmenbedingungen für Stiftungen haben die Schweiz zu einem «Stiftungsparadies» gemacht. Mit dem rasanten Wachstum hat aber der gesellschaftspolitische Diskurs über die Rolle und Bedeutung des Stiftungswesens nicht mitgehalten. In der Schweiz ist keine eigentliche Stiftungsbranche fassbar, es existiert auch kein entwickeltes Branchenbewusstsein. Darüberhinaus sind verlässliche Daten zur Beschreibung nicht vorhanden, der gesamte Stiftungssektor ist untererforscht, nicht zuletzt herrscht Unklarheit über seine Bedeutung, Funktionsweisen und Leistungsmechanismen. Kaum ein Wirtschaftssektor ist so schlecht erfasst ist wie das Stiftungswesen und es fehlt an der Wahrnehmung des Stiftungswesens als Branche mit gemeinsamen Aufgaben und Herausforderungen. In der Konsequenz bleiben die Darstellung der Stiftungen in den Medien sowie die Erwartungen der Politik an das Stiftungswesen in längst überholten Klischees hängen.

Leistungsfähigkeit des Stiftungswesens steigern


Die Förderung einer gewissenhaften und zukunftsorientierten Analyse des Stiftungswesens sowie der Wissenstransfer in Politik und Gesellschaft sollen helfen, den gesellschaftlichen Nutzen der Stiftungen zu steigern und den Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft zu begegnen. Dazu zählt vordergründig ein verbessertes Verständnis über die Leistungsfähigkeit des Stiftungswesens, die weit über das Finanzvermögen hinausreicht. Aufgrund ihrer rechtlich gesicherten Unabhängigkeit verfügen Stiftungen über einzigartige Potenziale als Vermittler und «ehrliche Makler», die zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen verschiedenen Milieus und Schichten oder zwischen Ideologien ausgleichend aktiv werden können. Stiftungen eignen sich nicht als Ersatzlösung der staatlichen Wohlfahrt, sondern setzen sich ergänzend und manchmal korrigierend zum staatlichen Handeln ein.

Selbstverständnis entwickeln


Mit der gestiegenen Anzahl von Stiftungen – und der damit steigenden Anzahl an Stiftungsräten und -mitarbeitenden – nimmt auch die Erwartungshaltung an die Stiftungen selbst zu. Die Förderung von Programmen, Projekten und Organisationen, die das Stiftungswesen stärken und zur Entwicklung eines Branchenbewusstseins beitragen, leistet einen wesentlichen Beitrag für ein am Gemeinwohl orientiertes Wachstum in der Zukunft.

Gesellschaftliche Wirkung entfalten


Mit dem mangelnden Branchenbewusstsein und der fehlenden statistischen Erfassung einher geht auch das Unwissen über die Funktion des Stiftungswesens in der gesellschaftlichen Entwicklung. Stiftungen stehen heute vor der Herausforderung, nicht nur zu belegen, dass sie etwas leisten, sondern auch Aufschluss zu geben, welche Wirkung sie erreicht haben. Dazu zählt insbesondere, erfolgreiche Modelle und Projekte zu dokumentieren und bekannt zu machen.
In Anlehnung an ihre im Stiftungszweck definierte Kernaufgabe, die Schweiz «als Wirtschaftsstandort und Lebensraum» zu stärken, engagiert sich die Gebert Rüf Stiftung für die Förderung des Stiftungsstandortes Schweiz. Im Rahmen ihres strategischen Zielbereichs «Stiftung & Schweiz» leistet die Gebert Rüf Stiftung gezielte Anschubfinanzierung von hochschulverankerten Projekten und fördert Projekte intermediärer Organisationen sowie Aktivitäten zur Wissensvermittlung- und Verbreitung:

Zielbereich «Stiftung & Schweiz»

Der strategische Zielbereich wird mit zwei Handlungsfeldern verfolgt:
STIFTUNG & POLITIK
STIFTUNG & KOMPETENZ

Schweizer Stiftungsreport

Hg. SwissFoundations, Zentrum für Stiftungsrecht (Uni Zürich), Center for Philanthropy Studies CEPS (Uni Basel)
Medienmitteilung
Stiftungsreport 2016
Communiqué de presse
Rapport sur les fondations 2016

Forschung an der Leine von Sponsoren?

Interview mit Georg von Schnurbein vom CEPS.
DRS 4 aktuell, 26.10.2012

Vom Mäzenatentum zur Social Entrepreneurship

Eingangsartikel von Philipp Egger über die vier grossen Trends im Stiftungswesen, Schweizer Magazin für Wissenstransfer und Führungskräfte, io management Nr. 3/2011.

Stiftungen unter der Lupe

11.03.2011 – Das CEPS und die Gebert Rüf Stiftung auf Radio DRS
Radiosendung «Kontext»

Informationen über Stiftungen ungenügend

16.01.2010 – Mit dem stillen Dasein der Stiftungen soll es bald vorbei sein. Beate Eckhardt, Geschäftsführerin von SwissFoundations auf DRS 1.
Download (ab 12:15 im Podcast)

Ergebnisse

1. Mitgestaltung des Aufbaus von «SwissFoundations»
2. Lancierung des Themas «Foundation Governance»
3. Mitgestaltung von Best Practices
4. Gründung der unabhängigen Dachstiftung «Fondation des Fondateurs»
5. Mitentwicklung eines Finanzpoolings für Förderstiftungen
6. Verankerung des Knowhows über Stiftungstätigkeit an Hochschulen (CEPS an der Universität Basel)