OSTEUROPA

Programm Swiss Baltic Net:
Nachwuchsförderung im Austausch
1999 – 2011



Die Gebert Rüf Stiftung engagiert sich für die akademische Nachwuchsförderung in Ländern Mittel- und Osteuropas. Dies ist das einzige vom Stifter bereits im Zweckartikel festgelegte Handlungsfeld. Es ist ebenfalls das einzige, in dessen Zentrum Förderaktivitäten ausserhalb der Schweiz stehen. Es soll solange unterhalten werden, bis der Entwicklungsstand in den Förderländern «nicht mit dem westeuropäischen vergleichbar ist (Zitat aus dem Stiftungsstatut).»

Fokussierte Osteuropaförderung im Baltikum


Zur Umsetzung des Osteuropaengagements wurde im Jahr 2000 das Programm Swiss Baltic Net ins Leben gerufen. Dieses Förderprogramm diente dem Aufbau von Wissenschaftsbeziehungen und der Entwicklung von Wissenschaftsaustausch zwischen der Schweiz und den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Bereits in der ersten Periode der baltischen Unabhängigkeit zwischen den beiden Weltkriegen hatten enge Verbindungen mit der ebenfalls kleinstaatlichen und neutralen Schweiz bestanden.

Nachwuchsleute als Multiplikatoren


Insbesondere der akademische Nachwuchs der baltischen Länder wurde mit Stipendien für Tagungs-, Forschungs- und Studienaufenthalte in der Schweiz unterstützt. Aufenthalte von Nachwuchsleuten an schweizerischen Hochschulen sind ganz allgemein deshalb besonders wirksam, weil sie in Form von weiterbestehenden Kontakten und Kooperationen nachhaltig sind. Die Personenförderung stand deshalb immer im Vordergrund. Im Rahmen des Osteuropatages der Universität Fribourg wurde jährlich der Swiss Baltic Net Prize an Persönlichkeiten aus dem Baltikum oder aus der Schweiz verliehen, die sich um die baltisch-schweizerischen Wissenschaftsbeziehungen in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Das Baltikum ist wieder in Europa angekommen


Seit ihrer Unabhängigkeit Anfang der neunziger Jahre und insbesondere nach dem Beitritt zur Europäischen Union per 1. Mai 2004 haben sich Estland, Lettland und Litauen sehr schnell entwickelt und wiesen über lange Jahre hinweg gute Wachstumsraten aus. Zugleich fand auf universitärer Ebene im Zuge der Bologna-Reform eine starke Integration in den europäischen Hochschulraum statt, die es vielen Studierenden und Postgraduierten erlaubt, für eine gewisse Zeit im Ausland zu studieren und zu forschen. Zudem werden infolge der Bereitstellung des Erweiterungsbeitrages der Schweiz für die neuen EU-Staaten, der sogenannten «Ostmilliarde» (Kohäsionsfonds), seit 2008 auch Projekte im Bildungssektor durch die Schweizer Eidgenossenschaft gefördert. Aufgrund dieser positiven Entwicklungen haben sich die Fördervoraussetzungen für das Swiss Baltic Net seit dessen Einrichtung 1998/99 stark verändert. Das Programm wurde daher zum Ende des Jahres 2008 eingestellt, wobei einige Aktivitäten noch bis ins Jahr 2010 in einem Outphasing begleitet werden.

Das Swiss Baltic Net lebt heute unabhängig von der Gebert Rüf Stiftung als schweizerisch-baltische Plattform weiter.

Nachfolgeprogramm ASCN


Seit 2009 führt die Gebert Rüf Stiftung ihr Osteuropaengagement in Gestalt des Academic Swiss Caucasus Net (ASCN) fort, dies in Kooperation mit der Universität Fribourg/Freiburg.
Programm ASCN