HANDLUNGSFELD «STIFTUNGSFÜHRUNG & POLITIK»

Legitimation von Stiftungshandeln, Foundation Governance und Branchenentwicklung – seit 2013


Die hohe Anzahl von Stiftungen ist ein Ausdruck des gesellschaftlichen und staatlichen Selbstverständnisses der Schweiz. Liberalität, Selbstverantwortung und Freiwilligkeit sind zentrale Grundwerte, die Personen veranlassen, philanthropisch aktiv zu werden und Teile ihres Privatvermögens für gemeinnützige Zwecke zu veräussern. Das Stiftungswachstum ist daher nicht nur eine Folge des gestiegenen Wohlstandes, sondern auch der geeigneten und zuverlässigen Rahmenbedingungen.
Stiftungen sind keine unabhängigen und losgelösten Konstrukte, die einem einmal festgeschriebenen Ziel folgen, sondern sind den Einflüssen und Entwicklungen ihrer Umgebung genauso ausgesetzt wie andere Organisationen auch. In ihrer jahrhundertelangen Tradition haben Stiftungen immer wieder formal verändert und neue Aufgaben übertragen bekommen, um einen gesellschaftlichen Nutzen zu generieren.

Als Gründungsmitglied von SwissFoundations, dem Dachverband Schweizer Förderstiftungen, setzt sich die Gebert Rüf Stiftung für eine dynamische Entwicklung des Schweizer Stiftungssektors ein. Um in Zukunft handlungsfähig und innovativ zu bleiben, ist eine aktive Auseinandersetzung mit Fragen zur Selbstregulierung, Positionierung und Entwicklung strategischer Konzepte unerlässlich.



Selbstregulierung


Im internationalen Vergleich wird das liberale Schweizer Stiftungsrecht immer wieder als positives Beispiel hervorgehoben. Ebenso positiv wird der hohe Grad und die hohe Qualität der Selbstregulierung bewertet. Branchenstandards wie der Swiss Foundation Code, Swiss GAAP FER oder der Swiss NPO-Code tragen in hohem Masse zur Professionalisierung des Sektors bei, ohne dabei die gesetzlichen Gestaltungsfreiheiten einzelner Stifter und Philanthropen zu beschränken. Gleichzeitig bewirkt die zunehmende Umsetzung von Governance einen Anpassungsdruck für andere Organisationen. Auf diese Weise tragen Ansätze der Selbstregulierung auf effiziente Weise zur Wirkungssteigerung des Stiftungswesens bei und steigern ebenso das Ansehen des Schweizer Stiftungswesens im internationalen Vergleich.

Positionierung


Stiftungen werden in erster Linie mit ihrem Vermögen in Verbindung gebracht. Jedoch verfügen über 80 % der Schweizer Stiftungen nur über ein geringfügiges Vermögen unter CHF 5 Mio. Deshalb ist es notwendig, verstärkt andere Vorteile und Potenziale von Stiftungen in das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Stiftungen leisten in allen Gesellschaftsbereichen unerlässliche Dienste als Brückenbauer, Impulsgeber oder Wissensvermittler. Dass Stiftungen nur klischeehaft wahrgenommen werden, liegt vor allem am mangelnden Branchenverständnis und fehlender Transparenz. Der Stellenwert des Stiftungswesens soll durch eine aktive Positionierung gegenüber Gesellschaft, Wirtschaft und Staat gefördert werden, um den gesellschaftlichen Nutzen zu verdeutlichen.

Entwicklung strategischer Konzepte


Stiftungen wollen an der gesellschaftlichen Entwicklung beteiligt sein. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, brauchen Stiftungen stetig neue Impulse zur eigenen Weiterentwicklung. Die Förderung von interdisziplinärer Forschung zu Philanthropie und Stiftungswesen ist daher kein Selbstzweck, sondern ein Instrument, um die Zweckerfüllung von Stiftungen und damit deren Wirkung zu verbessern. Auf der Grundlage des gewonnenen Wissens sollen strategische Konzepte für ein effektiveres Engagement der Stiftungen entwickelt werden.

SwissFoundations – der führende Verband Schweizer Förderstiftungen


SwissFoundations vereinigt aktuell 80 Schweizer Förderstiftungen und gibt ihnen eine starke und unabhängige Stimme. Der Verband pflegt ein dicht geknüpftes nationales und europäisches Netzwerk, setzt sich für optimale gesetzliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Stiftungstätigkeit ein und verpflichtet sich dabei auf die unternehmerischen Prinzipien der Good Governance und der Wirkungsorientierung. SwissFoundations setzt mit seinen Tätigkeiten und Publikationen Branchen- und Qualitätsstandards, trägt zu einer glaubwürdigen und wirkungsorientierten Stiftungslandschaft bei und unterstützt seine Mitglieder in ihrer verantwortungsvollen philanthropischen Tätigkeit, deren Stellenwert sowohl in zivilgesellschaftlicher wie in ökonomischer Hinsicht heute immer bedeutender wird. Über seine Mitglieder repräsentiert SwissFoundations über 20 % der gesamten geschätzten Ausschüttungen gemeinnütziger Stiftungen in der Schweiz.

Einen Namen gemacht hat sich SwissFoundations unter anderem durch die Publikation des ersten europäischen Foundation Governance Codes für Förderstiftungen (Swiss Foundation Code), der 2008 stattgefundenen Lancierung des Centre for Philanthropy Studies, dem ersten interdisziplinären Kompetenzzentrum zu Stiftungen und Philanthropie in der Schweiz sowie dem jährlich mit zwei Kooperationspartnern herausgegebenen, Schweizer Stiftungsreport.
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Schweizer Stiftungsreport

Hg. SwissFoundations, Zentrum für Stiftungsrecht (Uni Zürich), Center for Philanthropy Studies CEPS (Uni Basel)
Medienmitteilung
Stiftungsreport 2016
Communiqué de presse
Rapport sur les fondations 2016

Verwilderung im Stiftungsparadies Schweiz?

Interview mit Beate Eckhardt, Geschäftsführerin SwissFoundations; SRF4 News aktuell, 21. April 2015
Artikel
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Informationen über Stiftungen ungenügend

16.1.2010: Mit dem stillen Dasein der Stiftungen soll es bald vorbei sein. Beate Eckhardt, Geschäftsführerin von SwissFoundations auf DRS 1.
Download (ab 12:15 im Podcast)

Von China lernen

Transparenz als Motor für Qualität im NPO-Sektor.
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Wenn Stiftungen nicht mehr ewig fördern

14.01.2015: Stiftungen sind meist auf Dauer ausgelegt. Was aber passiert, wenn sie sich entscheiden, sich in eine Verbrauchsstiftung umzuwandeln und ihre Pforten in absehbarer Zeit zu schliessen. Beate Eckhardt, Geschäftsführerin SwissFoundations bei SRF2
Podcast

le futur des fondations…

La Suisse a-t-elle besoin d'une stratégie pour ses fondations? Tiré à part de la revue «schweizer monat», edition novembre 2012:
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Vom Mäzenatentum zur Social Entrepreneurship

Eingangsartikel von Philipp Egger über die vier grossen Trends im Stiftungswesen im Schweizer Magazin für Wissenstransfer und Führungskräfte io management Nr. 3/2011.

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Fotoshooting 15. April 2014, mit freundlicher Genehmigung der Firma Suter Joerin AG  in Arlesheim, Christoph Läser Photograph AG Basel